Der Wald lässt mich so sein, wie ich bin

Jedes Kind steckt voller Ideen und voller Lebenskraft. Diese zu entdecken und in der Gemeinschaft mit Natur und Menschen zu entfalten, sehen wir als Voraussetzung für ein aktives und glückliches Leben. 

Unser Tag im Wald

Im Wald gibt es feste Rituale und Abläufe. Willst du wissen, wie ein typischer Tag im Waldkindergarten aussieht?

Blog

Die vier Jahreszeiten leiten uns durch das Jahr: Gemeinsam feiern wir Feste, werkeln an Projekten und gehen auf Entdeckungsreisen. 

Waldhüpfer

Es gibt viel zu entdecken: Bei den Waldhüpfern können die ganz kleinen Kinder in liebevoller Begleitung auf Erkundungstour im Wald gehen. Aktuell machen die Waldhüpfer eine Pause. Wir hoffen, dass es im März 2021 weitergehen kann!

 

Fragen & Antworten

Wie groß sind die Gruppen, wie viele Erzieherinnen gibt es?

Unsere beiden Kindergärten sind eingruppig. 20 Kinder von zwei bis sechs Jahren werden von drei Erzieherinnen in den Wald begleitet.

Wie läuft die Eingewöhnung im Waldkindergarten ab?

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Der Einstieg in den Kindergarten ist für Kinder und Eltern ein aufregender Schritt. Das Kind muss sich von seinen bisherigen Hauptbezugspersonen trennen und neue Beziehungen zu bisher unbekannten Menschen zulassen. Damit diese Entwicklungsaufgabe gelingt, braucht das Kind vor allem in der Anfangszeit die Unterstützung seiner Eltern und der Erzieherinnen.

Elternbegleitet

Den ersten Abschnitt der Eingewöhnung verbringt das Kind mit einem Elternteil gemeinsam im Waldkindergarten. Das Kind kann so gestärkt durch Papa oder Mama in die neue Situation gehen, die Vielfalt der Eindrücke besser verkraften und offener den Erzieherinnen und Kindern begegnen. Im Beisein von Vater oder Mutter kann die Erzieherin zur Spielpartnerin und Kontaktvermittlerin werden.

Erster Abschied

Je nachdem, wie sich das Kind in den ersten Stunden im Waldkindergarten verhält und die Erzieherin erste Kontakte zum Kind knüpfen kann, wird die individuelle Verweildauer für die ersten Tage festgelegt und gemeinsam überlegt, wann die erste kurze Trennung vom Elternteil möglich scheint. Diese kurze Trennung gibt Auskunft darüber, wie das Kind die Trennung bewältigt. Funktioniert dies, kann die Dauer der Trennung (zu Beginn max. 30 Minuten) nach und nach verlängert werden.

Abschluss der Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind sich nach dem Abschied von den Eltern von der Erzieherin trösten lässt, Interesse an anderen Kindern und deren Aktivitiäten zeigt und zu spielen beginnt. Das kann bereits nach vier Tagen, aber auch erst nach vier Wochen oder später der Fall sein. Daher ist es wichtig, dass sich die Eltern so viel Zeit für Ihr Kind nehmen, wie es für die Eingewöhnung braucht. Wenn Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf planen, ist es günstig, damit frühestens vier Wochen nach der Eingewöhnungsphase zu beginnen, damit das Kind in aller Ruhe in den Waldkindergarten starten kann und kein zusätzlicher Druck oder Stress entsteht.

Bezugspersonenorientiert

Jedes neu aufgenommene Kind bekommt zur Eingewöhnung „seine“ Bezugserzieherin zur Seite gestellt, die – zumindest bis das Kind voll integriert ist –erste Ansprechpartnerin und Kontaktperson ist. Die Bezugserzieherin stimmt in der Eingewöhnungsphase täglich mit den Eltern zum weiteren Vorgehen ab und führt mit den Eltern vor Beginn der Kindergartenzeit ein Erstgespräch, nach der Eingewöhnungszeit ein Eingewöhnungsgespräch und dann im jährlichen Rhythmus ein Entwicklungsgespräch.

Findet der Kindergarten bei jedem Wetter statt?

In der Regel, ja! Wir halten uns grundsätzlich bei jedem Wetter draußen auf. Zum Frühstücken sitzen wir auf kleinen Isomatten, bei Regen spannen wir zusätzlich eine Zeltplane auf. Der Aufenthalt im Freien ist auch an kalten Wintertagen mit guter Bekleidung kein Problem, solange man sich bewegt. Allerdings halten wir uns an kalten Tagen gerne auch in unserem Bauwagen (der Lotte) oder in unseren Hütten (Waldemar bzw. Waldtraut) auf. Hier befinden sich Sitzbänke, Tische und Schränke und ein wärmender Ofen.

Ausweichqaurtier

Die Erzieherinnen verfolgen täglich den Wetterbericht, um auf die Prognosen zu reagieren. Gegebenenfalls wird ein Alternativprogramm bekanntgegeben. Für Tage, an denen die Gruppe nicht in den Wald kann (z.B. wegen Sturm), gibt es ein Ausweichquartier.

Welche Ausrüstung brauchen Waldkinder?

Feste Kleidung & Zwiebelprinzip

Morgens ist es meist kälter als mittags und im Wald ist es meist frischer als auf dem Spielplatz. Deshalb sollten die Kinder immer nach dem Zwiebelschalenprinzip gekleidet sein, d.h. mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander, die sie bei Bedarf Schicht für Schicht ablegen können. An nassen Tagen brauchen die Kinder zudem wasserfeste Überbekleidung und wasserfeste Schuhe. 

Grundsätzlich gilt: Die Kinder tragen Kleidung, die schmutzig werden darf, und feste Schuhe. Kapuzenbänder können sich beim Klettern verheddern und die Kinder strangulieren.

Im Sommer

Um uns vor Zecken und EPS zu schützen, tragen wir im Sommer dünne, langärmelige T-Shirts, die an den Handgelenken eng abschließen und auf jeden Fall eine Kopfbedeckung. Das T-Shirt wird in die Hose und die Hose in die Strümpfe gesteckt, um den Zecken keinen Durchschlupf zu bieten. Auf heller Kleidung kann man die Zecken besser erkennen. Wichtig ist, die Kinder zu Hause beim Auskleiden auf Zecken abzusuchen.

Im Winter 

Im Winter ist trockene, wärmende Kleidung besonders wichtig, damit sich die Kinder im Wald auch bei Minusgraden wohlfühlen. Funktionsbekleidung, Mütze, Schal, Handschuhe und ein gutes Schuhwerk sind besonders wichtig, um das Auskühlen der Extremitäten zu verhindern.

Grundsätzlich sind Zweiteiler (z.B. gefütterte Matschhose und Anorak) besser als Overalls, damit die Kinder bei einem Pipigang nicht ungeschützt in der Kälte stehen. Wärmekissen, die sich kurzfristig erhitzen, sind bei Kälte oft eine Wohltat für die Kinder und eine gute Fettcreme schützt die Haut. 

Vor welchen Tieren nehmen wir uns in Acht?

Zecken

Es gibt zwei Krankheiten, die Zecken übertragen können. FSME (Frühsommer- Meningoenzephalitis) und Borreliose. Brühl gehört nicht zu den FSME-Risikogebieten. Vermutlich bilden sich die Borreliose-Erreger erst nach ca. zwölf Stunden. Somit ist ein regelmäßiges, gründliches Absuchen nach dem Waldbesuch eine gute Prävention. Beim Entfernen einer festgebissenen Zecke sollte man eine gute Zeckenzange zur Hilfe nehmen. Diese fasst die Zecke direkt vor dem Kopf ohne ihren Darminhalt in den Wirtskörper zu pressen. Hängen-gebliebenes Beißwerkzeug bedeutet keine Gefahr. Dieses stößt der Körper in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab. Eine weitere Vorsorgemaßnahme bietet eine angemessene Kleidung (siehe  Kleidung im Sommer)

Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, dessen Eier der Mensch aus dem Kot des Endwirtes (Fuchs, Katze, Hund) aufnimmt. Dies kann zum einen durch einen engen Tierkontakt mit dem eigenen Haustier oder durch konterminierte Lebensmittel geschehen. Der Mensch nimmt die Fuchsbandwurmeier über den Mund auf. Menschen, die sich mit dem Kleinen Fuchsbandwurm infiziert haben, können an Echinococcose (Befall innerer Organe mit einem Zwischenstadium des Fuchsbandwurms) erkranken, dies ist aber nicht zwangsläufig der Fall. Für uns im Waldkindergarten heißt das: Waldfrüchte dürfen wir nur gemeinsam mit einer Erzieherin ernten und müssen vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Und wir waschen uns gründlich die Hände vor dem Essen.

Eichenproezssionsspinner (EPS)

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Er bevorzugt warm-trockenes Klima und breitet sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus. Eine Gefährdung besteht besonders beim direkten Kontakt mit den Raupen, die während der Fraßzeit der Raupen am größten ist. Eine ganzjährige Gefahrenquelle sind die Häutungsnester und die am Baum oder am Boden verbleibenden Verpuppungsgespinste.

2019 gab es eine größere Populationen des EPS als im Vorjahr. Besonders starke Populationen gibt es, wenn die Frühjahrsmonate mild sind und im Spätsommer mit Falterflug und Eiablage trockenes Wetter mit wenig Wind herrscht.

Welche Aufgaben übernehmen die Eltern?

Der Waldkindergarten Brühl ist eine Elterninitiative. Das heißt die Eltern tragen und gestalten den Kindergarten zu großen Teilen selbst. Jedes Elternteil bringt sich aktiv ein und unterstützt damit den Kindergarten. Die Eltern arbeiten im Kindergarten mit, indem sie Feste planen, Material besorgen, Exkursionen begleiten, bei der Instandhaltung helfen oder bei Ausfall einer Erzieherin als Aufsichtsperson im Wald einspringen. Zudem unterstützen die Eltern die Arbeit der Erzieherinnen, indem sie die Regeln im Wald auch zu Hause beachten.

Wie funktioniert die Übermittagbetreuung?

Den Eltern ist es freigestellt, ob die Kinder über mittag (bis 14.30 bzw. 15 Uhr) im Kindergarten bleiben und Mittagessen oder vor dem Essen (12.30 bis 13 Uhr) abgeholt werden. Das Mittagessen wird von unserem Kindergartencaterer frisch gekocht und angeliefert. Unsere Waldkindergärten sind zuckerfrei.

Wie ist der Verein Waldkindergarten Brühl e.V. organisiert?

Der eingetragene Verein Waldkindergarten Brühl besteht seit 2002 und ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er wird zu 96% aus öffentlichen Mitteln finanziert. Der Zweck des Vereins ist in erster Linie der Erhalt und die Förderung der beiden Kindergärten „Die Molche“ und „Die Salamander“. 

Adresse

Waldkindergarten Brühl e.V.
Liblarer Str. 185
50321 Brühl

Öffnungszeiten

Der Waldkindergarten Brühl ist täglich von 8.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.

In der Zeit von 8.00 bis 8.30 Uhr können die Kinder gebracht werden. Von 12.30 bis 13.00 Uhr bzw. von 14.30 bis 15.00 Uhr ist Abholzeit.

Copyright by  Waldkindergarten Brühl e.V.